Rückblick auf die Fachtagung 2026 des Aktionsbündnisses gegen Frauenhandel
Welche Machtverhältnisse prägen Prostitution, und welche Folgen tragen die betroffenen Frauen? Diesen Fragen widmete sich am 20. Oktober 2026 eine Fachtagung der Hanns-Seidel-Stiftung, des Aktionsbündnisses gegen Frauenhandel und von Renovabis in München. Susanne Breit-Keßler eröffnete die Tagung mit einem eindringlichen Plädoyer für Menschenwürde und Selbstbestimmung. Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Ulrike Scharf und Barbara Becker hoben die Bedeutung von Prävention, Schutz und öffentlicher Aufmerksamkeit hervor. Mattias Gathof und Sophie Schmerfeld von Spiegelbild untersuchten patriarchale Strukturen und männliche Nachfrage. Die Frauenärztin Liane Bissinger schilderte gesundheitliche und psychische Schädigungen; die Soziologin Manuela Schon berichtete über Tötungsdelikte und den oft entwürdigenden Umgang mit den Opfern. Die Tagung formulierte einen klaren Auftrag: Männer müssen Verantwortung übernehmen, betroffene Frauen brauchen Schutz und Beratung, Fachstellen eine verlässliche Absicherung.