Fachtagung 2001

„Die Würde der Frau ist antastbar – Das Geschäft boomt: Handel mit osteuropäischen Frauen“

Ort: Freising, Datum: 16.-17. Februar 2001

Aus der Einladung der Fachtagung

Jährlich werden rund 500.000 Frauen und Mädchen, oft unter falschen Versprechungen und dem Angebot einer seriösen Tätigkeit, zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung illegal in EU-Länder geschleust. Seit den Grenzöffnungen im Osten ist die Zahl kontinuierlich gestiegen, rund 90% der betroffenen Frauen sind heute Osteuropäerinnen. Der Menschenhandel mit Frauen, von der Öffentlichkeit noch viel zu wenig wahrgenommen, ist für die Täter des organisierten Verbrechens ein lukratives Geschäft: Die Schlepperbanden machen allein in Europa jährlich etwa sieben Milliarden Dollar Gewinn mit der Ausbeutung und sklavenähnlichen Behandlung von Frauen. Dem gegenüber steht ein niedriges strafrechtliches Risiko. Frauenhandel ist aber auch ein gesamtgesellschaftliches Problem, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Nach Schätzungen gehen in Deutschland täglich eine Million Männer in Bordelle. Verstärkte Zusammenarbeit in Prävention, Hilfe für Betroffene, Thematisierung und Ächtung von Frauenhandel zwischen den Herkunfts- und Zielländern kann ein Ansatz zur Bekämpfung und Unterbrechung des Problemkreises sein.

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